25 Jahre

Am 1. Mai 2003 waren es 25 Jahre, dass die Verwaltungsgemeinschaft Elfershausen mit den Mitgliedsgemeinden Elfershausen und Fuchsstadt gebildet wurde.

Am gleichen Tag waren es auch 25 Jahre, dass Langendorf in den Markt Elfershausen eingemeindet wurde und damit der Markt Elfershausen in der heutigen Zusammensetzung entstand. Beides steht in einem engen sachlichen Zusammenhang und ist nicht voneinander zu trennen.

Im Zuge der Gemeindegebietsreform schlossen sich in der sogenannten Freiwilligkeitsphase zum 1. April die ehemals selbstständigen Gemeinden Engenthal und Trimberg und zum 1. Juli 1971 die ehemals selbstständige Gemeinde Machtilshausen mit dem Markt Elfershausen zusammen.

Genau genommen war es kein Gemeindezusammenschluss, denn im Gegensatzu zu Engenthal, Trimberg und Machtilshausen musste Elfershausen seine Selbstständigkeit nicht aufgeben. Wir sprechen deshalb richtigerweise von einer Eingemeindung.

Diese Eingemeindungen wurden damals durch Sonderschlüsselzuweisungen des Freistaates Bayern "vergoldet". Der Marktgemeinderat hat dieses Tages am 25. Jahrestag auf der Trimburg gedacht.

Langendorf war damals noch nicht dabei. Es hatte eine überdurchschnittliche Finanzkraft, eine gute Infrastruktur und mit Adolf Holzinger einen Bürgermeister, der gemeinsam mit seinem Gemeinderat die politische Selbstständigkeit solange erhalten wollte, wie es eben ging. Aber auch diese Zeit ging einmal vorüber und es war bekannt, dass die Gemeindereform zum 30. April 1978 abgeschlossen sein wird.

So mussten sich die Langendorfer letztendlich entscheiden, wohin sie sich eingemeinden lassen wollten. Schließlich wollte man ja auch nicht auf die Sonderschlüsselzuweisungen in Höhe von 250.000 DM verzichten, die bei einer Zwangseingemeindung verloren gegangen wären.

Es gab Gespräche und Verhandlungen mit den Gemeinderäten von Elfershausen und Fuchsstadt. Ja es gab sogar eine Überlegung für eine Verwaltungsgemeinschaft, bestehend aus Fuchsstadt, Langendorf und Gauaschach, nur um die politische Selbstständigkeit der jeweiligen Gemeinde zu retten.

Schließlich erging mit Schreiben vom 1. Juli 1975 ein Vorschlag der Regierung von Unterfranken für die Neugliederung der Gemeinden im Landkreis Bad Kissingen.

Dieser Vorschlag sah vor, dass Fuchsstadt und Gauaschach nach Hammelburg eingemeindet werden und Langendorf sowie Aura in den Markt Elfershausen.

 

Die Begründung für diesen Vorschlag lautete:

"Der Markt Elfershausen, in den 1971 die Gemeinde Engenthal, Trimberg und Machtilshausen eingegliedert wurden und die Gemeinden Aura a. d. Saale und Langendorf, liegen im Tal der Fränkischen Saale zwischen Hammelburg und Bad Kissingen.

In diesem Raum bilden sie eine erkennbare naturräumliche Einheit. Die Zusammenarbeit in einem Schulverband weist ebenfalls auf die Zusammengehörigkeit dieser Gemeinde hin. In der vorgesehenen Verwaltungseinheit nimmt der Markt Elfershausen als stark industriell-gewerblich geprägte Gemeinde die bestimmende Stellung ein. Um diese Funktion zu stärken und zwischen den Städten Hammelburg und Bad Kissingen eine weitere Selbstverwaltungskörperschaft zu schaffen, sind die Gemeinden Langendorf und Aura a. d. Saale dieser Verwaltungseinheit zuzuordnen.

Durch Bildung einer Einheitsgemeinde lässt sich am wirkungsvollsten eine sinnvolle Planung und wirtschaftlichere Ausrichtung kommunaler Einrichtungen und damit auch eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung erreichen. Das setzt allerdings voraus, dass die Gemeindeverwaltung künftig ausgestattet wird.

Die Bildung einer Verwaltungsgemeinschaft wäre in diesem Raum nur dann erwägenswert, wenn auch die Gemeinde Fuchsstadt in diese Verwaltungseinheit einbezogen würde. Die Gemeinde Fuchsstadt ist allerdings so stark auf Hammelburg ausgerichtet, dass in erster Linie ihre Eingliederung in die Stadt Hammelburg anzustreben ist. Sollte eine solche Verwaltungsgemeinschaft gebildet werden, müssten sich die Gemeinden Fuchsstadt und Langendorf einerseits, sowie der Markt Elfershausen und die Gemeinde Aura a. d. Saale andererseits, zusammenschließen, um die im gemeindlichen Aufgabenbereich erforderliche Leistungsfähigkeit zu erreichen. Als Verwaltungssitz käme im Hinblick auf seine Bedeutung nur der Markt Elfershausen in Frage.

Sowohl eine Einheitsgemeinde, wie auch eine etwa in Erwägung gezogene Verwaltungsgemeinschaft, sollte wegen der Bedeutung des Marktes Elfershausen für dieses Gebiet dessen Namen tragen."

Die Gemeinde Langendorf stand damit vor der Frage, ob sie sich nach Fuchsstadt oder nach Elfershausen eingemeinden lassen will.

Dabei gab es recht unterschiedliche Abstimmungen. Langendorf war ja eher in Richtung Fuchsstadt orientiert. So kam es nicht von ungefähr, dass sich in einer Bürgerversammlung zunächst 100 für Fuchsstadt und 4 für Elfershausen entschieden.

Bei einer Abstimmung am 14. September entschieden sich dann unter drei Optionen

241 für eine Selbstständigkeit der Gemeinde, jedoch VG mit Elfershausen

  19 für Eingemeindung nach Fuchsstadt und VG mit Elfershausen

  15 für Eingemeindung nach Elfershausen

Entscheident für den Stimmungswandel, der dann einsetzte, war letztlich, dass bei einer Eingemeindung nach Fuchsstadt die Gefahr gesehen wurde, dass Langendorf dann womöglich mit Fuchsstadt nach Hammelburg käme. Aber auch die gemeinsamen Besitzverhältnisse an der Volksschule in Langendorf, die künftige Abwasserbeseitigung, die Raiffeisenbank in Elfershausen sowie inzwischen gewachsene Bindungen für die gemeinsame Erledigung gemeindlicher Aufgaben taten ein übriges.
Auch die Überlegung, dass zwischen den Städten Bad Kissingen, Hammelburg und Bad Brückenau leistungsfähige Verwaltungseinheiten entstehen sollten.
Dieser Stimmungswandel drückte sich dann auch deutlich bei einer schriftlichen Abstimmung in einer Bürgerversammlung am 1. Dezember 1975 aus.

Für eine Eingemeindung nach Elfershausen stimmten 98 Bürger

für eine Eingemeindung nach Fuchsstadt stimmten 23 Bürger.

Der Gemeinderat Langendorf folgte diesem klaren Meinungsbild mit einem einstimmigen Beschluss. Bei seiner Eingabe an die Regierung von Unterfranken setzte sich der Gemeinderat Langendorf auch entschieden dafür ein, dass die Gemeinde Fuchsstadt selbstständig bleiben kann.
Doch die Regierung von Unterfranken wollte dem zunächst nicht folgen. Schließlich ging sie dann doch auf das Begehren der Langendorfer ein, das inzwischen mit den Gemeinden Fuchsstadt und Elfershausen abgestimmt war und korrigierte ihre Zielplanung. Die letzte Entscheidung lag beim Rechtsausschuss des Bayerischen Landtages.
Letztendlich war Ende März 1976 unter der Überschrift "Im letzten Gefecht gab es fünf Treffer" in der Main Post zu lesen:

"Die Gemeinde Langendorf und der Markt Elfershausen sollen ihrem Wunsch entsprechend eine neue Gemeinde bilden, so dass Langendorf nicht nach Fuchsstadt eingemeindet wird. Die neue Gemeinde Langendorf - Elfershausen wird Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft mit Fuchsstadt."

Damit war die Entscheidung gefallen.

Mit der Reform kam Geld. So erhielt die neue, aus der Zusammenlegung hervorgegangene Gemeinde neben den regulären Schlüsselzuweisungen eine zusätzliche Schlüsselzuweisung, die bei der Berechnung der Kreisumlage nicht herangezogen wurde. Überdies bekam die neue Gemeinde noch einen Betrag von 80 DM für jeden Einwohner der aufgenommen Gemeinden, die in vier Jahresraten ausbezahlt wurde.

Nun mussten noch Regelungen für den Eingemeindungsvertrag getroffen werden. Der Gemeinderat Langendorf dachte in mehreren Sitzungen darüber nach, was er alles wünschte und welche lieb gewonnenen Gewohnheiten erhalten bleiben sollten. Er enthielt Regelungen über die Übernahme der Gemeindebediensteten, Pflege der Anlagen, Fortführung öffentlicher Einrichtungen, Leistungen an die Kath. Kirchenstiftung Langendorf und den Kindergarten, Förderung des Brauchtums und der örtlichen Vereine.

So stand beispielsweise in diesem Vertrag auch die folgende Bestimmung:
"Die Höhe der zusätzlichen Schlüsselzuweisungen und Förderungsbeträge des Staates für die freiwillige Eingliederung der Gemeinde Langendorf, das sind ca. 250.000 DM und die staatlichen Finanzleistungen müssen vorrangig für die Finanzierung des Anschlusses des Gemeindeteils Langendorf an die Sammelkläranlage Hammelburg verwendet werden."

Diese Verpflichtung löste der Marktgemeinderat auf Heller und Pfennig ein. Der Vertrag bedurfte noch der Genehmigung der Regierung von Unterfranken. Und da gab es schon noch einige Einschränkungen. Der Vertrag enthielt nämlich auch Regelungen, die entweder ohnehin in der Bayerischen Gemeindeordnung geregelt sind oder die Entscheidungen des künftigen Gemeinderates zu sehr einschränken würden.

Im Februar 1978 billigten dann die Gemeinderäte Elfershausen und Langendorf den modifizierten Entwurf des Eingemeindungsvertrages, der hinsichtlich einiger nicht genehmigungsfähiger Teile durch modifizierende Beschlüsse des Markgemeinderates ergänzt wurde.
Ende April feierten die Langendorfer noch einen Heimatabend und dann fuhr der Zug ab in Richtung Elfershausen. In der Zwischenzeit waren Berthold Schärpf, Hubert Rohner und Otmar Pfister in den neuen Elfershäuser Gemeinderat gewählt worden, dem nun neben dem Bürgermeister 14 Gemeinderäte angehörten.

Am 1. Mai 1978 unternahm Adolf Holzinger mit seinen ehemaligen Gemeinderäten und Verwaltungsbediensteten eine Wanderung über Machtilshausen, Engenthal, die Trimburg und Trimberg nach Elfershausen, wo im Gästehaus Ullrich die Eingemeindung besiegelt wurde.

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