Wein- und Gaumendfreuden

Weinberge-unterhalb-der-Tri

 

„Trink Wein, und du wirst gesund sein“

Das ist kein Werbespruch unserer Tage, sondern der Ratschlag des griechischen Arztes Hippokrates in der Antike. Demnach müssten in Franken die gesündesten Menschen wohnen. Nimmt man die heilenden Sonnenstrahlen in der staubfreien Luft auf den Höhen hinzu, ist das Wohlfühlrezept fast komplett.

Die Winzer legen Wert darauf, keine Massenware, sondern Weine von gehobener Qualität zu produzieren. Die vom Muschelkalk, Gipskeuper oder Buntsandstein geprägten Böden bringen in erster Linie trockene und halbtrockene Weine hervor.

Der Markt Elfershausen mit Trimburg und Umgebung kann auf eine über 1200 Jahre alte Tradition der Rebpflege zurückblicken.

Seit 777 ist der Weinbau im Tal der Fränkischen Saale nachgewiesen. In einer Schenkungsurkunde Kaiser Karls des Großen wird der Ort „Hamulo Castellum“ mit seinen Weinbergen an das Kloster Fulda verschenkt.

Über viele Jahrhunderte lieferten die Winzer ihren Wein an die Abtei Fulda. Die Säkularisation der Klöster durch den Staat und einige Jahrzehnte später die Kulturschäden durch die Reblaus, dezimierten am Ende des 19. Jahrhunderts die Anbauflächen beträchtlich. Erst neue Rebsorten und die Gründung von Winzergenossenschaften um 1920 zeigten den Häckern neue Perspektiven für den Anbau der Sonderkultur Wein, der neben dem wenig ertragreichen Ackerbau die Existenzgrundlage vieler Familien darstellt.

Die politischen Entwicklungen hin zu einem vereinigten Europa, die Mechanisierung und Automatisierung erforderten auch für den Weinbau Flurbereinigungsmaßnahmen. Der früher traditionsreiche Anbau auf kleinen Flächen ist nur noch in Randlagen zu finden. Die Hänge der Trimburg zeigen diesen Gegensatz zwischen kleinen Terrassen, die heute meist schon Ödland sind oder Obstbäume tragen und monokulturartigen „Weinfeldern“.

Weinsorten, die im Markt Elfershausen angebaut werden:

Baccus

Tiefgründige, nährstoffreiche Böden bevorzugt die Bacchus-Rebe. Bacchus-Weine sind fruchtig und gehaltvoll, mit einem ausgeprägtem blumigen Bukett und dezentem Muskatton. Je später die Lese erfolgt, desto höher ist die Qualität der Bacchus-Weine. So bringt diese Sorte sehr schöne rieslingähnliche Spätlesen hervor. Der würzige und bekömmliche Bacchus ist der ideale Wein für „Einsteiger“ in die Geheimnisse des Frankenweins. Er wird gerne zu aromatischen, würzigen Speisen getrunken.

Silvaner

Wird häufig als charakteristischste Rebsorte Frankens genannt. Auf den Muschelkalkböden des Maindreiecks kommt der Silvaner unnachahmlich zur Geltung. Seine mittelgroßen, dicken und saftigen Trauben liefern einen vollmundigen, kräftigen Wein mit neutralem Bukett und feiner, milder Fruchtsäure. Fränkischer Silvaner ist ein ausgesprochener Schoppenwein, der aufgrund seiner unaufdringlichen Art zu allen Speisen passt – ein echter Menüwein.

Spätburgunder

Der Spätburgunder ist eine bedeutende und qualitativ sehr hochwertige Rebsorte für Rotwein. Die Rebe hat so hohe Bedeutung erlangt und ist so begehrt, dass sie in die Nobilität der Weinwelt aufrückte und als Edelrebe bezeichnet wird. Der Spätburgunder ist eine wichtige Rebsorte für den Champagner.

Müller-Thurgau

Die früh reifende Sorte mit ihren lockeren, gelbgrünen Trauben bringt weiche, blumige Weine mit angenehmen Muskatton hervor. Der fränkische Müller-Thurgau ist bereits als junger Wein ein Genuss. Seine milde Säure macht ihn besonders bekömmlich. In Franken ist er deshalb ein beliebter „Zechwein“. Er ist der ideale Begleiter zu leichten, neutralen bis zart aromatischen Speisen.

Um den Federweißen und alle anderen Weine mit fränkischer Brotzeit zu genießen, lädt man in Elfershausen bei Joachim Hümmler (Frühjahr und Herbst) sowie in Trimberg bei Rudolf Webert (Herbst) zur Heckenwirtschaft ein.

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